Nadelperforation für bessere Haut: Holzlehner informiert
Die Hautpflege kennt viele Trends, doch wenige Methoden sind so kontrovers diskutiert wie die kontrollierte Nadelperforation der Haut. Was auf den ersten Blick martialisch klingt – winzige Nadeln, die gezielt in die Hautoberfläche eindringen – hat sich zu einem etablierten Verfahren entwickelt. Doch zwischen wissenschaftlich fundierter Anwendung und risikobehafteter Praxis verläuft eine Grenzlinie, die viele übersehen.
Frank Holzlehner von Vitalaser in Hannover kennt diese Grenze genau. Seit Jahren befasst er sich intensiv mit den medizinischen, rechtlichen und praktischen Aspekten des Microneedlings. Seine Erkenntnisse zeigen: Die Methode funktioniert – aber nur, wenn fundamentale Regeln beachtet werden.
Das biologische Prinzip hinter der kontrollierten Verletzung
Die Grundidee des Microneedlings basiert auf einem evolutionär tief verankerten Mechanismus: Der Körper reagiert auf Mikroverletzungen mit Reparaturprozessen. Feine Nadeln erzeugen kontrollierte Perforationen in der Hautoberfläche, wodurch mehrere Reaktionskaskaden gleichzeitig ausgelöst werden.
Erstens: Der Zellmetabolismus wird stimuliert. Die Haut interpretiert die winzigen Verletzungen als Signal, Regenerationsprozesse zu starten. Zweitens: Es entstehen Spannungsfasern, die sich während der Heilungsphase zusammenziehen und die Haut straffer erscheinen lassen. Diese mechanische Komponente wird häufig unterschätzt, ist aber nach Holzlehners Einschätzung zentral für die sichtbaren Effekte.
Laut Apotheken Umschau zeigen Studien tatsächlich positive Effekte bei Aknenarben und Faltenreduktion. Die kontrollierte Nadelperforation regt die Kollagenproduktion an – ein Protein, das für die Hautelastizität entscheidend ist.
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Die kritische Grenzlinie: 0,3 Millimeter
Hier beginnt das eigentliche Problem. Holzlehner betont einen Wert, der über Erfolg oder Risiko entscheidet: 0,3 Millimeter Eindringtiefe. Solange die Nadeln nur bis zu dieser Grenze in die oberflächlichen Hautschichten vordringen, bleiben die Risiken überschaubar. In diesem Bereich dürfen zugelassene kosmetische Produkte verwendet werden.
Die Realität sieht anders aus. Viele Praktiker erhöhen unbewusst oder gezielt den Druck. Die Haut gibt nach, der Widerstand sinkt, und plötzlich dringen die Nadeln tiefer ein. In diesem Moment wird jedes Produkt, das nicht für diese Tiefe zugelassen ist, zum Risikofaktor.
Die Malakoff Klinik weist darauf hin, dass professionelle Behandlungen mit Nadellängen bis 2,5 Millimeter arbeiten können – allerdings nur unter streng kontrollierten medizinischen Bedingungen und mit entsprechender Betäubung.
Warum die Tiefe alles entscheidet
Die Hautschichten sind nicht uniform. Die oberste Schicht, die Epidermis, ist relativ robust. Darunter liegt die Dermis mit Blutgefäßen, Nervenendigungen und empfindlichen Strukturen. Eine Nadelperforation, die diese Schichten erreicht, öffnet Eintrittspforten für Substanzen, die dort nicht hingehören.
- Kosmetische Produkte sind für oberflächliche Anwendung konzipiert
- Leave-on-Produkte durchlaufen andere Sicherheitstests als Rinse-off-Produkte
- Tiefere Hautschichten reagieren anders auf Fremdstoffe
- Die Abbaugeschwindigkeit unterscheidet sich je nach Eindringtiefe
Holzlehner kritisiert die verbreitete Praxis, wahllos verschiedene Substanzen einzuschleusen – Kollagen, Elastin, Hyaluronsäure. Viele Anwender berücksichtigen weder die tatsächliche Eindringtiefe noch die regulatorischen Vorgaben.
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Medizinische Risiken: Von Entzündung bis Nekrose
Die Konsequenzen unsachgemäßer Anwendung sind real. Holzlehner beschreibt zwei Hauptkomplikationen, die er in der Praxis beobachtet:
Entzündungsreaktionen sind die häufigste Folge. Die Haut reagiert auf nicht zugelassene Substanzen oder Kontaminationen mit lokalen Entzündungen. Diese können sich als Rötungen, Schwellungen oder schmerzhafte Knoten manifestieren. In klinischen Studien, wie sie im Deutschen Register Klinischer Studien dokumentiert sind, werden solche Nebenwirkungen systematisch erfasst.
Gravierender sind Nekrosen – das Absterben von Hautgewebe. Bestimmte Substanzen oder bakterielle Kontaminationen können zu irreversiblen Schäden führen. Die Folgen reichen von dauerhaften Narben bis zu großflächigen Gewebsdefekten.
Das unterschätzte Sterilität-Problem
Holzlehner identifiziert die Keimfreiheit als zentrales und häufig ignoriertes Risiko. Seine Position ist unmissverständlich: Nichts darf mit Nadeln in die Haut eingebracht werden – unabhängig von der Tiefe –, ohne ein vernünftiges Testat zu haben.
Ein Testat bedeutet eine unabhängige, dokumentierte Prüfung durch ein anerkanntes Labor. Es bestätigt Sterilität, Reinheit und Sicherheit des Produkts. Viele kosmetische Präparate besitzen solche Zertifikate nicht, weil sie für oberflächliche Anwendung konzipiert wurden. Ihre Verwendung bei Nadelperforation ist problematisch.
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Rechtliche Dimension: Wenn die Existenz auf dem Spiel steht
Die juristischen Konsequenzen werden oft unterschätzt. Holzlehner warnt eindringlich vor der existenziellen Dimension: Selbst eine GmbH schützt nicht zwingend vor persönlicher Haftung. Bei grober Fahrlässigkeit können Inhaber mit ihrem Privatvermögen in Regress genommen werden.
Konkret bedeutet das: Erleidet ein Kunde Schäden durch unsachgemäße Microneedling-Behandlung, drohen Schadenersatzforderungen. Versicherungen schließen grobe Fahrlässigkeit häufig aus. Holzlehner formuliert es drastisch: “Das Häuschen kann nach zwei, drei Prozessen weg sein.”
Zusätzlich drohen behördliche Konsequenzen. Das Arbeiten mit nicht zugelassenen Produkten oder das Überschreiten zulässiger Eindringtiefen kann zu Anzeigen führen. Die Beweislast liegt beim Anwender – er muss nachweisen, dass er korrekt gearbeitet hat.
Das bewusste Risiko: Vorsatz statt Fahrlässigkeit
Besonders problematisch wird es, wenn Praktiker gezielt tiefer arbeiten, um stärkere Effekte zu erzielen. Holzlehner warnt: Das ist nicht nur medizinisch gefährlich, sondern auch rechtlich die schlimmste Variante. Es handelt sich nicht um Fahrlässigkeit, sondern um Vorsatz. Die rechtlichen Konsequenzen sind entsprechend gravierender.
Praktische Konsequenzen: Drei unverhandelbare Regeln
Nach Holzlehners Einschätzung erfordert sicheres Arbeiten mit Microneedling die strikte Einhaltung von drei Grundregeln:
Erstens: Eindringtiefe kontrollieren. Maximal 0,3 Millimeter – nicht mehr. Keine Druckausreißer, keine bewussten Tieferarbeitungen. Die Geräteeinstellung allein reicht nicht; auch der ausgeübte Druck muss konstant bleiben.
Zweitens: Ausschließlich zertifizierte Produkte verwenden. Jedes Produkt muss ein Testat von einem unabhängigen Labor besitzen, das Sterilität und Sicherheit nachweist. Keine Hausmischungen, keine ungeklärten Quellen, keine “bewährten” Präparate ohne Dokumentation.
Drittens: Lückenlose Dokumentation. Alle verwendeten Produkte, deren Zertifikate und die Behandlungsparameter sollten dokumentiert werden. Diese Unterlagen dienen im Problemfall als Schutz – sowohl medizinisch als auch rechtlich.
Die Informationen von Vitalaser zeigen, dass professionelle Anbieter diese Standards selbstverständlich einhalten. Die Investition in hochwertige Produkte und sorgfältige Dokumentation ist nicht optional – sie ist existenziell.
Fazit: Zwischen Innovation und Verantwortung
Die Nadelperforation der Haut durch Microneedling ist keine Modeerscheinung, sondern eine Methode mit wissenschaftlich nachweisbaren Effekten. Die kontrollierte Verletzung stimuliert Regenerationsprozesse, die Hautbild und -struktur verbessern können.
Doch wie Frank Holzlehner deutlich macht: Die Grenze zwischen Nutzen und Risiko ist schmal. Wer diese Methode anwendet, trägt medizinische und rechtliche Verantwortung. Die Versuchung, durch tiefere Perforation oder ungeprüfte Wirkstoffe schnellere Ergebnisse zu erzielen, kann in die Katastrophe führen.
Die Botschaft ist klar: Microneedling funktioniert – aber nur mit Respekt vor den biologischen Grenzen, den rechtlichen Vorgaben und der Verantwortung gegenüber den Kunden. Wer diese Regeln ignoriert, spielt nicht nur mit der Gesundheit anderer, sondern auch mit seiner eigenen finanziellen Existenz.










