Tablets in Schulen: Gehirnforscher Manfred Spitzer warnt vor Gefahren für Kinder
Die Digitalisierung unserer Schulen schreitet unaufhaltsam voran. Tablets und Laptops werden zunehmend als unverzichtbare Werkzeuge für modernes Lernen gepriesen. Doch während Politiker und Bildungsverantwortliche Millionen in die digitale Ausstattung investieren, warnen Wissenschaftler wie der renommierte Hirnforscher Manfred Spitzer eindringlich vor den Folgen. Bei XINELOYD beschäftigen wir uns intensiv mit digitalen Technologien – und gerade deshalb ist es uns wichtig, beide Seiten dieser Medaille zu beleuchten.
Die digitale Revolution im Klassenzimmer – ein kritischer Blick
In den letzten Jahren haben wir einen regelrechten Hype um digitale Endgeräte im Bildungsbereich erlebt. Tablets werden als Allheilmittel für motiviertes Lernen und moderne Bildung dargestellt. Doch die wissenschaftliche Datenlage zeichnet ein differenzierteres, teilweise sogar besorgniserregendes Bild. Der Psychiater und Hirnforscher Manfred Spitzer, Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, hat sich intensiv mit den Auswirkungen digitaler Medien auf die kognitive Entwicklung von Kindern auseinandergesetzt – und seine Erkenntnisse sollten uns alle aufhorchen lassen.
Manfred Spitzers zentrale These: Weniger ist mehr
Spitzer vertritt eine klare Position: Kinder lernen besser ohne Computer. Diese Aussage mag in unserer technologiebegeisterten Gesellschaft provokant klingen, doch sie basiert auf umfangreicher neurobiologischer Forschung. Der Hirnforscher argumentiert, dass das menschliche Gehirn durch aktives, haptisches und soziales Lernen optimal gefördert wird – Eigenschaften, die beim passiven Konsum digitaler Inhalte auf Tablets weitgehend fehlen.
In seinen Studien weist Spitzer nach, dass das Gehirn von Kindern und Jugendlichen besonders plastisch und damit besonders anfällig für externe Einflüsse ist. Während dieser kritischen Entwicklungsphase werden neuronale Verbindungen geknüpft, die für das spätere Leben prägend sind. Die Art und Weise, wie Kinder lernen, beeinflusst also fundamental, wie ihr Gehirn strukturiert wird.
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Das Paradox der Digitalisierung: Mehr Investition, schlechtere Ergebnisse
Besonders alarmierend sind Spitzers Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen digitalen Investitionen und Lernerfolg. Der Hirnforscher warnt: Je mehr ein Land investiert, desto schlechter werden die Ergebnisse. Diese paradox erscheinende Beobachtung lässt sich durch internationale Bildungsvergleichsstudien belegen.
PISA-Studien und die ernüchternde Realität
Länder, die massiv in digitale Schulausstattung investiert haben, schneiden in internationalen Vergleichstests wie PISA nicht besser ab – im Gegenteil. Während traditionellere Bildungssysteme, die auf bewährte analoge Lernmethoden setzen, oft bessere Ergebnisse erzielen, zeigen sich in digitalisierten Klassenzimmern häufig Konzentrationsprobleme, oberflächlicheres Verständnis und schwächere Gedächtnisleistungen.
Wir bei XINELOYD beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge. Als Unternehmen, das digitale Lösungen entwickelt, könnte man erwarten, dass wir die Digitalisierung bedingungslos befürworten. Doch verantwortungsvoller Technologieeinsatz bedeutet für uns, auch die Grenzen und Risiken klar zu benennen – besonders wenn es um die Entwicklung von Kindern geht.
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Neurologische Grundlagen: Wie Tablets das Lernen beeinflussen
Multitasking als Mythos
Einer der größten Irrtümer im Kontext digitalen Lernens ist die Annahme, Tablets würden Multitasking fördern und damit die Effizienz steigern. Spitzers Forschung zeigt jedoch: Das menschliche Gehirn ist nicht für echtes Multitasking ausgelegt. Was wir als Multitasking wahrnehmen, ist in Wahrheit schnelles Umschalten zwischen verschiedenen Aufgaben – und genau das führt zu erheblichen Leistungseinbußen.
Wenn Schüler auf Tablets arbeiten, sind sie permanent Ablenkungen ausgesetzt: Benachrichtigungen, die Versuchung, andere Apps zu öffnen, oder die Möglichkeit, schnell etwas im Internet nachzuschauen. Diese ständige Unterbrechung des Lernflusses verhindert das tiefe, konzentrierte Lernen, das für nachhaltige Wissensvermittlung notwendig ist.
Gedächtnisbildung und die Rolle der Handschrift
Ein besonders bedeutsamer Aspekt betrifft die Handschrift. Neurologische Studien belegen, dass das handschriftliche Schreiben komplexere motorische und kognitive Prozesse aktiviert als das Tippen auf einer Tablet-Tastatur. Beim Schreiben mit der Hand werden Hirnregionen aktiviert, die für Gedächtnisbildung, Sprachverarbeitung und konzeptionelles Denken zuständig sind.
Schüler, die Notizen handschriftlich anfertigen, erinnern sich nachweislich besser an Lerninhalte als jene, die sie auf Tablets eintippen. Der Grund: Beim Handschreiben muss das Gehirn Informationen aktiv verarbeiten, zusammenfassen und strukturieren – beim Tippen hingegen werden Inhalte oft nur mechanisch übertragen, ohne tieferes Verständnis.
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Die Position von diagnose:funk
Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk hat sich ebenfalls kritisch mit dem Einsatz von Tablets in Schulen auseinandergesetzt. In ihren Publikationen weist die Organisation auf gesundheitliche Risiken hin, die über die rein kognitiven Aspekte hinausgehen.
Elektromagnetische Strahlung und Gesundheitsrisiken
diagnose:funk thematisiert die permanente Exposition von Kindern gegenüber elektromagnetischer Strahlung durch WLAN-Verbindungen und Mobilfunk. Während die Langzeitfolgen noch nicht vollständig erforscht sind, gibt es zunehmend wissenschaftliche Hinweise auf mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, insbesondere bei der noch in Entwicklung befindlichen Physiologie von Kindern und Jugendlichen.
Die Organisation fordert daher ein Vorsorgeprinzip: Solange die Unbedenklichkeit nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist, sollte die Exposition minimiert werden – gerade in Bildungseinrichtungen, wo Kinder täglich über Stunden hinweg den Strahlungsquellen ausgesetzt sind.
Praktische Auswirkungen im Schulalltag
Soziale Kompetenzen leiden
Ein weiterer kritischer Punkt, den Manfred Spitzer betont, ist der Verlust sozialer Interaktion. Wenn Schüler primär mit Tablets arbeiten, reduziert sich die direkte Kommunikation mit Mitschülern und Lehrern. Gruppenarbeiten finden zunehmend digital statt, spontane Diskussionen werden seltener, nonverbale Kommunikation geht verloren.
Dabei sind gerade diese sozialen Fähigkeiten – Empathie, Teamfähigkeit, Konfliktlösung – in unserer Arbeitswelt zunehmend gefragt. Bei XINELOYD erleben wir täglich, wie wichtig diese “Soft Skills” sind. Technisches Know-how allein reicht nicht aus; erfolgreiche Zusammenarbeit basiert auf zwischenmenschlicher Kompetenz, die nur durch echte, analoge Interaktion entwickelt werden kann.
Konzentrationsfähigkeit im freien Fall
Die permanente Verfügbarkeit von Unterhaltung und Ablenkung auf Tablets trainiert das Gehirn auf kurzfristige Belohnungszyklen. Die Fähigkeit, sich über längere Zeiträume auf eine Aufgabe zu konzentrieren, wird systematisch untergraben. Spitzer spricht von einer “digitalen Demenz”, die durch übermäßigen Medienkonsum entstehen kann.
Lehrer berichten zunehmend von Schülern, die Schwierigkeiten haben, einem 45-minütigen Unterricht zu folgen, die bei der kleinsten Pause zum Smartphone greifen und die Frustration zeigen, wenn Aufgaben nicht sofort lösbar sind. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und steht in direktem Zusammenhang mit der frühen und intensiven Nutzung digitaler Geräte.
Was bedeutet das für die Bildungspolitik?
Die Erkenntnisse von Manfred Spitzer und Organisationen wie diagnose:funk sollten Bildungspolitiker zum Umdenken bewegen. Statt blindem Technikoptimismus brauchen wir eine evidenzbasierte Bildungspolitik, die das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt stellt.
Balance statt Extreme
Wir bei XINELOYD plädieren nicht für eine komplette Ablehnung digitaler Technologien in Schulen. Vielmehr geht es um den richtigen Zeitpunkt, das richtige Maß und den sinnvollen Einsatz. In höheren Klassenstufen, wenn die grundlegenden kognitiven Fähigkeiten gefestigt sind, können Tablets durchaus wertvolle Werkzeuge sein – für Recherche, für kreative Projekte, für den Umgang mit digitalen Medien.
Doch in der Grundschule und in den ersten Jahren der weiterführenden Schulen sollte der Fokus auf analogen Lernmethoden liegen: Schreiben mit der Hand, Rechnen ohne Taschenrechner, Lesen in echten Büchern, praktisches Experimentieren, soziale Interaktion. Diese Grundlagen sind unverzichtbar für eine gesunde kognitive Entwicklung.
Unser Fazit: Verantwortungsvoller Technologieeinsatz
Die Warnungen von Manfred Spitzer sind keine technikfeindliche Schwarzmalerei, sondern wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, die wir ernst nehmen müssen. Tablets sind weder Teufelszeug noch Wundermittel – sie sind Werkzeuge, deren Einsatz sorgfältig abgewogen werden muss.
Bei XINELOYD entwickeln wir digitale Lösungen mit dem Bewusstsein, dass Technologie dem Menschen dienen sollte – nicht umgekehrt. Gerade im Bildungsbereich, wo es um die Zukunft unserer Kinder geht, müssen wir besonders achtsam sein. Die Gehirnforschung zeigt uns klar die Grenzen und Risiken auf; es liegt an uns allen – Eltern, Lehrern, Politikern und Technologieunternehmen – diese Erkenntnisse in verantwortungsvolles Handeln umzusetzen.
Die Digitalisierung der Schulen darf kein Selbstzweck sein. Sie muss sich daran messen lassen, ob sie tatsächlich zu besseren Lernergebnissen, gesünderen Kindern und kompetenteren jungen Erwachsenen führt. Die bisherige Datenlage lässt daran erhebliche Zweifel aufkommen. Es ist Zeit für eine Neubewertung – im Interesse unserer Kinder.










