Ungarische Firma gründen

Ungarische Firma gründen: Banken unter politischem Druck

Wer eine ungarische Firma gründen möchte, steht vor zahlreichen Herausforderungen – und eine der größten betrifft das Bankwesen. Während die Gründung einer Gesellschaft in Ungarn rechtlich gut strukturiert ist, erleben wir bei HUNCONSULT zunehmend, dass die Bankkontoeröffnung zum Nadelöhr wird. Der Grund dafür liegt weniger in bürokratischen Hürden als vielmehr in einem politischen und wirtschaftlichen Druck, dem ungarische Banken aktuell ausgesetzt sind.

Politischer Druck und Sonderbesteuerung im ungarischen Bankensektor

Das ungarische Bankensystem befindet sich in einer schwierigen Lage. Die Regierung hat in den vergangenen Jahren mehrfach Sondersteuern auf Finanzinstitute verhängt, um Haushaltslücken zu schließen. Diese Maßnahmen werden öffentlich oft damit begründet, dass Banken übermäßige Gewinne erzielen würden. In der politischen Rhetorik werden sie als diejenigen dargestellt, die „das Geld der Menschen für sich wegnehmen”.

Die Folge dieser extremen Besteuerung: Die Banken geben die Kosten direkt an ihre Kunden weiter. Für Unternehmen bedeutet das ungewöhnlich hohe Kontoführungsgebühren, Transaktionskosten und weitere Bankspesen. Diese Entwicklung ist auch international dokumentiert – eine aktuelle Studie zu europäischen Bankensystemen zeigt die besonderen Herausforderungen in mittelosteuropäischen Märkten auf.

Viele unserer deutschen Mandanten, die mit uns eine ungarische Firma gründen, merken schnell: Die Bankkosten in Ungarn sind deutlich höher als gewohnt. Die natürliche Reaktion: Sie verlagern ihren Zahlungsverkehr auf moderne Fintech-Lösungen wie Revolut oder Wise. Das ist völlig legitim und im EU-Raum problemlos möglich – solange ein passives Bankkonto in Ungarn existiert und die Nutzung ausländischer Konten ordnungsgemäß dem Finanzamt gemeldet wird.

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Bankkontoeröffnung: Ein Risiko für ausländische Gründer

Die Kontoeröffnung bei ungarischen Banken ist für ausländische Gesellschaften ein eigenständiges Risiko geworden. Während einige Unternehmen relativ problemlos Konten eröffnen können, erleben andere unerklärliche Ablehnungen. Ein Beispiel aus unserer Praxis: Eine Gesellschaft mit Sitz in Budapest konnte Ende März erfolgreich ein Konto eröffnen, während eine andere mit Sitz in Szombathely erst nach längerer Wartezeit eine Zusage erhielt. Ein dritter Fall endete in einer Ablehnung – ohne nachvollziehbare Begründung.

Diese Unberechenbarkeit erinnert fast an statistische Quoten: Als müssten manche Anträge abgelehnt werden, damit die Compliance-Abteilungen ihre Daseinsberechtigung unter Beweis stellen können. Alle betroffenen Unternehmen wurden von uns in identischer Weise unterstützt und vorbereitet. Der Unterschied lag nicht in der Qualität der Unterlagen oder der Geschäftsmodelle.

Wichtig ist zu verstehen: Die Bankkontoeröffnung ist ein von uns unabhängiger Prozess. Wir bei HUNCONSULT begleiten unsere Mandanten professionell durch alle Schritte, bereiten sämtliche Dokumente vor und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Doch die finale Entscheidung liegt bei den Banken – und diese handeln zunehmend restriktiv.

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MONEYVAL und verschärfte Compliance-Anforderungen

Ein wesentlicher Faktor für die veränderte Haltung der Banken ist MONEYVAL, das Expertengremium des Europarats zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Ungarn steht seit geraumer Zeit unter besonderer Beobachtung dieser Organisation. Die Folge: Behörden, Banken und Steuerberater wurden unter erheblichen Druck gesetzt, ihre Anti-Geldwäsche-Compliance zu verschärfen.

Diese Entwicklung ist in den ungarischen Medien spürbar und zeigt sich konkret im veränderten Verhalten der Finanzinstitute. Während die Kontoeröffnung Ende 2024 noch vergleichsweise unkompliziert war, sind die Banken seit Anfang 2025 deutlich vorsichtiger geworden. Die Prüfungen dauern länger, die Anforderungen an Nachweise sind gestiegen, und periodische Compliance-Überprüfungen bestehender Konten haben zugenommen.

Das Financial Action Task Force (FATF) Länderportal zu Ungarn gibt Einblick in die internationalen Standards, die Ungarn erfüllen muss. Zusätzlich regelt das ungarische Gesetz Nr. LXXXIX von 2017 über die Verhinderung und Bekämpfung der Geldwäsche die nationalen Anforderungen an Finanzinstitute.

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Zugang zur Netbank: Eine weitere Herausforderung

Selbst nach erfolgreicher Kontoeröffnung ist die Reise nicht zu Ende. Viele unserer Mandanten berichten von regelmäßigen Schwierigkeiten beim Zugang zum Online-Banking. Technische Probleme, komplizierte Authentifizierungsverfahren und umständliche Freigabeprozesse sorgen für Frustration im Alltag.

Diese Erfahrungen verstärken den Trend, für den täglichen Zahlungsverkehr auf moderne Alternativen wie Revolut oder Wise auszuweichen. Diese Fintech-Lösungen bieten nicht nur niedrigere Gebühren, sondern auch eine deutlich bessere Benutzerfreundlichkeit. Solange das ungarische Konto als passives Konto erhalten bleibt und die Nutzung ausländischer Konten ordnungsgemäß gemeldet wird, ist diese Vorgehensweise vollkommen legal.

Die rechtliche Grundlage dafür findet sich in der EU-Verordnung Nr. 260/2014 über SEPA-Zahlungen, die grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der EU erleichtert.

HUNCONSULT: Ihr empathischer Partner für die Unternehmensgründung in Ungarn

Die beschriebenen Herausforderungen zeigen: Wer eine ungarische Firma gründen möchte, braucht mehr als nur juristische Expertise. Es braucht einen Partner, der die lokalen Gegebenheiten kennt, die kulturellen Besonderheiten versteht und beide Welten verbindet.

Genau hier liegt die Stärke von HUNCONSULT. Unter der Leitung von Norbert Peter, der als gebürtiger Budapester beide Kulturen aus eigener Erfahrung kennt, bieten wir einen einzigartigen Service. Wir sind nicht nur Berater, sondern Begleiter durch den gesamten Gründungsprozess – von der Gesellschaftsgründung über die Bankkontoeröffnung bis zur laufenden steuerlichen Betreuung.

Unsere Mandanten schätzen besonders unsere Empathie und Professionalität. Wir verstehen die Frustration, wenn eine Bankkontoeröffnung länger dauert als geplant. Wir kennen die Sorgen ausländischer Unternehmer, die sich in einem fremden Rechtssystem zurechtfinden müssen. Und wir haben die Kontakte und das Know-how, um auch in schwierigen Situationen Lösungen zu finden.

Weitere Informationen zur Firmengründung in Ungarn finden Sie auch bei GO EU und No Borders Founder.

Fazit: Realistische Erwartungen und professionelle Begleitung

Eine ungarische Firma zu gründen ist nach wie vor eine attraktive Option für deutsche Unternehmer. Die Vorteile – von günstigen Unternehmenssteuern bis zur strategischen Lage im EU-Binnenmarkt – bleiben bestehen. Doch die aktuellen Entwicklungen im Bankensektor erfordern realistische Erwartungen und eine professionelle Begleitung.

Die Bankkontoeröffnung sollte nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden, sondern als eigenständiger Prozess mit gewissen Unwägbarkeiten. Der politische Druck auf ungarische Banken, die verschärften Compliance-Anforderungen durch MONEYVAL und die hohen Bankgebühren sind Realitäten, mit denen man rechnen muss.

Gleichzeitig gibt es praktikable Lösungen: Die Kombination aus einem passiven ungarischen Konto und aktiv genutzten Fintech-Diensten ist für viele Unternehmen der goldene Mittelweg. Wichtig ist nur, dass alle steuerlichen Meldepflichten erfüllt werden.

Bei HUNCONSULT begleiten wir Sie durch alle diese Herausforderungen. Wir bereiten Sie optimal vor, stellen alle notwendigen Unterlagen zusammen und stehen Ihnen als verlässlicher Ansprechpartner zur Seite – auch wenn einmal etwas nicht auf Anhieb klappt. Denn erfolgreiche Firmengründungen entstehen nicht durch Schönfärberei, sondern durch ehrliche Beratung und professionelle Unterstützung in allen Phasen des Prozesses.